Margarethe's Blog aus Liechtenstein

Menschen in Liechtenstein - Marc Girardelli

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Ein Berg-Interview mit Marc Girardelli

Von Ausdauer und Vorbildern

Man kennt ihn – so auch ich –, das versteht sich, wenn man selbst Schi fährt und in Marcs Glanzjahren während der Schirennen gebannt vor dem Fernseher gesessen hat. Und dann: Ein zufälliges Zusammentreffen, ein paar Worte, Spontanität und Offenheit für ein Interview am nächsten Tag. Nun sitzen wir hier im Berggasthaus und ich darf ihm meine Fragen stellen. Es ist ein interessantes und spannendes Gespräch. Wir geniessen die grandiose Aussicht, die herrlichen Temperaturen und den strahlend blauen Himmel.

Marc Giradelli kennt Liechtenstein, doch das Berggasthaus Masescha kennt er nicht; der Ausblick von hier oben begeistert ihn. Dazu die Ruhe und all das Feine, das es hier gibt. Er wird wiederkommen, soviel hat er bereits versprochen. Dass er sich wohlfühlt, merkt man: Er antwortet sehr offen und lässt seine Seele sprechen.

Wir starten in Lustenau: Der Rhein, die Strömung, und immer wieder das Hochwasser. Dort hat er sich früher bei seinen Trainings ausgepowert. Noch früher sogar beim Schifahren mit seinen Freunden am Rheindamm. Er ist dort viel gelaufen, hat Kondition trainiert und auch die spürbare und wilde Kraft des Rheines aufgenommen. Aufgewachsen sei er wie jedes andere Kind, auch wenn er das regelmässige Training brauchte und wollte, für sich selbst, für seine Ziele. Auch wenn seine sozialen Kontakte dadurch immer weniger wurden. Als er auf Grund der vielen Fehlstunden, die sich wegen des Trainings angesammelt hatten, die normale Schule sein lassen musste und sich in einer Fernschule anmeldete, konnte er die Zeit noch besser zum Trainieren nutzen.

Bodenständig und wertschätzend

Während dieser Zeit hat er sich durch Lesen selbst viel beigebracht; neugierig hat er Biografien über wichtige Menschen aus der Vergangenheit verschlungen. Die zählen teils heute noch zu seinen wichtigsten Vorbildern. Denn Persönlichkeiten wie Hannibal, Cäsar, Napoleon oder Isaak Newton haben grandiose Leistungen für die Menschheit erbracht. Auch heute noch gehört das tägliche Lesen von Biografien zu Marcs Tagesrhythmus. Sein grösstes Vorbild aber, und das schon seit der frühesten Kindheit, ist der erst kürzlich verstorbene Muhammad Ali. Es inspiriere ihn, was dieser Mensch neben dem harten Beruf und dem Training als Boxer alles geleistet habe.

Aus dem jungen Marc ist ein erfolgreicher Schifahrer und Sportler geworden, der in seinem Leben einiges an Energie und Zeit in die Karriere investiert hat. Heute bezeichnet er sich als aufrichtigen, bodenständigen, humorvollen, kooperativen und kommunikativen Menschen. Er kann gut auf Menschen zugehen und dank der verschiedenen Sprachen, die er gelernt hat, ist es ihm möglich, den Menschen jeweils in ihrer Landessprache zu begegnen. Das habe für ihn auch mit Wertschätzung zu tun – die möchte er allen Menschen entgegenbringen. In der Landessprache kommunizieren zu können, das bringe ihm auch die Geschichten hinter den Menschen näher, sagt Marc.

Bauch- und Kopfmensch

Seine Grossmutter sei sehr religiös gewesen und – so fügt er scherzhaft hinzu – gebetet habe sie wohl genug für die nächsten drei Generationen. Das sei gut so. Für ihn selbst spiele das Bauchgefühl eine wichtige Rolle. Das sei nicht immer so ausgeprägt gewesen, heute sei es ihm aber wichtig, darauf zu hören – immer in Kombination mit dem rationalen Geist. Da gibt es einen Satz, der ihn begleitet: „Wer nicht weiss, muss glauben.“ Wenn man wenig weiss, gibt man sich mit wenig zufrieden, oft fehle es an Tiefe. Dann aber einfach zu glauben, sei nicht unbedingt immer positiv.

Marc möchte noch vieles in seinem Leben machen und bewegen. Aktuell sein Buch fertigstellen. Es wird ein Schi-Kriminalroman und es wird im Februar 2017 publiziert. Mehr wird aber nicht verraten. Im Übrigen möchte er die Berge noch intensiver erleben, erwandern und erspüren – mit den Tourenschiern und zu Fuss; an Ausdauer fehlt es ihm nicht. Hoch oben findet er immer wieder seinen Zufluchtsort, da kann er sich aus dem Alltag ausklinken, den Stress hinter sich lassen. Sein Körper und sein Geist können sich dort erholen. Und dann gibt es noch die Golfturniere und erlebnisreichen Rad- und Motorradtouren; auch darin liegt für ihn Entspannung.

Beruflich und sozial engagiert

Und die braucht er auch, denn beruflich gibt es viel zu tun – Marc möchte seiner Familie eine gute Lebensqualität bieten; und er arbeitet gerne. Im geschäftlichen Alltag ist es ihm wichtig, bei seinen Partnern immer wieder Themen anzusprechen, die nach einer Lösung suchen. Gemeinsam lässt sich vieles lösen. Eines weiss Marc mit Bestimmtheit: Gute persönliche Beziehungen sind wichtig für den Erfolg, denn Fehler können immer und überall passieren. Es sei auch nie zu spät für eine Entschuldigung, ein gemeinsames Glas Wein und eine Zigarre. Das ist wertvoll und verbindet.

Zum Leben gehört für Marc auch soziales Engagement. Mithilfe seiner Charity-Events, vorwiegend im Golfsport, ermöglicht er jungen Menschen eine Ausbildung. In Ländern, die für Bildung kein Geld zur Verfügung haben, können Kinder und Jugendliche mit wenigen Mitteln nachhaltig unterstützt werden. Sozial engagierte Mitstreiter gebe es glücklicherweise immer wieder: Gerade beim Golfspiel lerne man den Charakter der Menschen kennen und sehe hinter die Fassade.

Wie er sich eigentlich seine Zukunft vorstelle, frage ich noch. Die Antwort kommt prompt; er habe stets einen Satz des Dalai Lama vor Augen. – Seine Frau hat ihn eingerahmt und im gemeinsamen Haus aufgehängt: „Unser wahres Ziel ist es, glücklich zu sein.“ Ein schönes Schlusswort, wie ich finde.

 

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Kommentar von Marc Girardelli |

Hallo Maggy, eine schöne Seite hast du. Hoffe wir können wieder mal so ein nettes Lunch in der Höhe geniessen. Gruss,marc

Kommentar von René Forrer |

Hallo Maggy, interessantes Interview mit Marc Girardelli. Ein Mann der trotz seinen grossartigen Erfolgen auf dem Boden geblieben ist. Bravo - weiter so mit deinem Blog. Liebe Grüsse von Gran Canaria

Kommentar von Maggy |

Hallo Marc- Danke für dein Kompliment. Wäre schön wenn wir wieder etwas erkunden könnten. LG Maggy

Kommentar von Maggy |

Hallo Rene - Danke für dein Kompliment, das mir zeigt, dass mein Blog auch auf Gran Canaria gelesen wird.
Vielleicht können wir auch mit dir ein Interview führen - wäre bestimmt auch sehr spannend über dich und dein Leben mehr zu erfahren.
LG Maggy