Margarethe's Blog aus Liechtenstein

Kontaktlos in Wien

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Kontaktlos in Wien

Ein Rezept, wie Sie das künftig vermeiden können

Es war 4.15 Uhr am Freitag morgen als der Wecker klingelte. Das übliche Ritual folgte mit Kaffee trinken und inklusive Koffer fertig packen. Abflug um 6.30 Uhr nach Wien stand auf dem Programm. Als sie um 5.15 Uhr aus der Tiefgarage fuhr, regnete es in Strömen. Nicht gerade ein Wetter für ein Weekend in einer Stadt. Doch die Gedanken waren bereits in Wien und das Wetter spielte dabei nicht wirklich eine tragende Rolle. Hat doch Wien bei Regen wie auch bei Sonnenschein alles mögliche und wunderbare zu bieten.

Auf der Autobahn, vielleicht 10 min vom Flughafen entfernt, fuhr ihr der Schreck durch alle Glieder. Das Handy - es lag brav daheim in der Küche, zum Aufladen! In Gedanken ein Horrorszenario, welches da ablief. Was gibt es überhaupt für Möglichkeiten? Der schnelle Blick auf die Uhr zeigte ihr, das ein Umkehren zeitlich nicht mehr möglich war. Ausser sie liess den Flug sausen... Das war rasch geklärt und kein Thema. Ein Überleben ohne Handy sollte grundsätzlich doch noch möglich sein – auch wenn es 3 ganze Tage sind! Wichtiger war das Flugticket – das war da. Die Reservation für das Hotel ebenso. Also erstmals kein Malheur! Nun parkieren, einchecken, etc., die Nerven haben sich wieder beruhigt. Typisch Frau – wenn sie nicht oft fliegt, ist das bereits schon eine kleine unruhige Sache. Der Flug war ruhig, und als Wien bereits in Sichtweise war und der Sinkflug begann, waren die Gedanken wieder bei der Vorfreude auf das Treffen mit der ehemaligen Schulfreundin. Sie hatten sich bereits seit längerer Zeit nicht mehr gesehen und sie freute sich auf das Treffen und das Plaudern. Die Schulfreundin war erst vor ein paar Tagen aus Vietnam zurückgekehrt und würde sicherlich viel zu erzählen wissen. Ein paar Erinnerungen aus der gemeinsamen Teenagerzeit gesellten sich zu der Vorfreude dazu , ein Schmunzeln umspielte ihre Lippen. Am Flughafen ging alles reibungslos und die Fahrt zum Hotel war staufrei. Einchecken, Zimmerbezug, alles bestens und passte perfekt. Trotz der leichten Müdigkeit nach dem Flug und dem frühen Aufstehen war es nun höchste Zeit für einen feinen Wiener Kaffee.

Auf der Mariahilfer Strasse war bald das geeignete Lokal gefunden. Erst hier gingen ihr langsam die Auswirkungen dass sie kein Handy dabei hatte, durch den Kopf. Wie sollte sie ihre Freundin benachrichtigen? Die beiden hatten vereinbart, das sie ein Whats App schickt, wenn sie angekommen sei und sie würden alles weitere dann vereinbaren. Das mit dem Whats App würde schon mal nicht funktionieren. Ein Mail? Ein Anruf? Mal sehen ob sie im Telefonbuch steht, oder zumindest ihr Lebenspartner. Zurück im Hotel, der PC in der Lounge war bereit. Sie setzte sich und gab ihre Mailadresse und die Zugangsdaten für den Hotmail Zugang ein. Sehr gerne - erstmals ist allerdings ein Bestätigungscode per SMS nötig!!!! Du liebe Güte- der Bestätigungscode nützt also erstmals nichts. Also nehmen wir den Herold – Herold.at weiss so ziemlich alles. Kennt aber meine Schulfreundin nicht – auch ihren Lebenspartner nicht! Langsam wird ihr warm!!!! Was gibt es noch für Möglichkeiten? Facebook – nein da ist die Schulfreundin nicht registriert. Sie überlegt hin und her. Dann die Frage an den netten Herrn von der Rezeption – ob er eine Idee hätte. Wo arbeiten die beiden – in einem Spital in Wien, die Freundin ist Operationskrankenschwester – aber in welchem Spital? Unfallspital oder AKH oder...? Ihr Lebenspartner war bei der Feuerwehr beschäftigt, ist inzwischen aber pensioniert. Super! Der Herr an der Rezeption versucht zu helfen und ruft bei einigen Spitälern und bei der Feuerwehr an – doch leider nichts, das weiterhelfen könnte. Was gibt es noch für Möglichkeiten? Sie überlegt, es wäre doch schade wenn das Treffen nicht zu Stande käme. Da ein Gedanke. Hat sie nicht einer lieben Freundin die Mailadresse zur Weiterleitung für eine Bewerbung gegeben? Doch! Ach herrje – da fehlt aber auch die Telefonnummer und die Mailadresse!!!! Aber stopp – diese Freundin ist doch im Facebook oder? Also noch ins Facebook, einen Versuch ist es allemal wert. Sie schreibt ihr sollte sie die Mailadresse noch haben, der Schulfreundin doch bitte eine Nachricht senden soll, mit Angabe des Hotels und dem Missgeschick mit dem Handy.

Am anderen Morgen eine Nachricht von der Rezeption, eine Dame habe angerufen und die Telefonnummer hinterlassen. Yeah!, alles gut, Gott sei Dank!!! Sofort anrufen und Lachen, Freude und ein grosser Stein fiel vom Herzen. Bis zum vereinbarten Treffen sind Wien und die vielen Sehenswürdigkeiten mehr als spannend zu erleben. Von den vielen kleinen Boutiquen in der Spittelberg- und Neubaugasse bis zum Italiener Richtung Praterstern, und seinem schönen Ambiente, dem Naschmarkt und dem zusätzlichen Flohmarkt jeweils am Samstagvormittag, das ist alles immer wieder reizvoll. Am späteren Nachmittag die vielen Touristen und auch Einheimischen rund um den Stephansdom, und am Graben, die schönen Nobelgeschäfte in die ein Blick immer reizvoll ist, der Besuch im Cafe Hawelka, und seinem speziellen Flair. Ein Wiener Schnitzel und ein Tafelspitz, ein Apfelstrudel und eine Cremeschnitte, sowie ein Leberkässemmel mit viel Senf, das sind so die Must-Haves für einen Wien Besuch. Am Sonntag dann als die Schulfreundin eintrifft, die Fahrt zum Schloss Schönbrunn und der Spaziergang zur Gloriette bei den frühlingshaften Temperaturen. Danach die Fahrt über die Wiener Höhenstrasse zum Restaurant Cobenzl mit seiner gigantischen Aussicht über Wien, weiter zum Leopoldsberg, und dann nach Klosterneuburg bis wieder hinunter nach Schwechat, schon wieder zum Flughafen. Ein gemeinsamer Abschluss mit einem Glas Prosecco und die Erinnerungen aus der verbrachten Zeit – so nimmt der Besuch in Wien, trotz aller Widrigkeiten ein schönes Ende.

Der Heimflug ohne Probleme, trotz Föhnsturm im Rheintal. Daheim merkt man dann, dass niemand wirklich bemerkt hat, dass ein Handy auch mal nicht reagiert, und niemand Fotos vom Trip nach Wien geschickt hat. Vielleicht nehmen wir unser Handy zu ernst? Ein Nachdenken und spüren dazu schadet sicherlich nicht.

Doch als wertvoller Tipp für künftige Reisen – schreibt euch zwei bis drei Telefonnummern vielleicht auch ein- oder zwei Mailadressen ausserhalb vom Handy auf – man weiss doch nie, ob das Handy nicht mal irgendwann, irgendwo liegen bleibt. Den Adrenalinspiegel wegen dem Handy in die Höhe zu jagen, ist nicht wirklich nötig. Fotos gibt es diesmal allerdings leider nicht – da sie ja ohne Handy verreiste!

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Kommentar von Hildegard Pachatz |

Hallo Maggy,
Dein Bericht über Wien ist einfach super :-)) noch besser finde ich jedoch das du mich trotz vergessenem Handy gefunden hast.
Ich habe mich sehr über unser Wiedersehen gefreut. Herzliche Grüße aus Wien Deine Schulfreundin Hildegard

Antwort von Maggy

Meine Liebe

Ich weiss nicht was ich getan hätte, hätten wir uns nicht gefunden*)

Schön war's - und bald wieder machen wir das.

HG Maggy