Margarethe's Blog aus Liechtenstein

Die zweite Geige spielen

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Im Hintergrund oder „Die zweite Geige“ spielen

Zweitfrau, Liebhaberin, Geliebte, Bezeichnungen die immer dasselbe aussagen. Da gibt es jemanden der im Hintergrund ist, eine zweite Person die ebenfalls geliebt, bewundert und verehrt wird. Es sind Gefühle die oft nicht sein sollten, und doch nicht einfach auszulöschen sind. Jemand der im wahrsten Sinne des Wortes wirklich die zweite Geige spielt!

Ein Leben neben dem geliebten Menschen ist für diese Person selten möglich. Die Beziehung lebt von Stunden, lebt von warten, lebt davon den eigenen Alltag auf die geliebte Person auszurichten. In der Öffentlichkeit werden diese Personen kaum wahrgenommen, sie leben im Hintergrund, im Schatten sozusagen, aus ihrer eigener Entscheidung heraus. Denn sie möchten immer und zu jeder Zeit, für den geliebten Menschen präsent sein können. In manchen Stunden, wenn das Warten auf den geliebten Menschen aus irgendwelchen Gründen auch immer, nicht von Erfolg gekrönt ist, passiert Entscheidendes. Dann kommen diese Gedanken die Schmerzen und Traurigkeit hervorbringen. Gedanken mit dem Wunsch aus diesem Teufelskreis auszusteigen. Ziele werden gesetzt, neue Ideen kreiert, neue Pläne für das Leben danach geschmiedet, euphorisch wird geplant. Dann steht die geliebte Person wieder vor der Türe. Alles ist vergessen, der Kummer, der Schmerz, die Traurigkeit – alles ist gut! Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Wenn Menschen solche Beziehungen führen können, ohne das sie die grosse Liebe darin fühlen, dann kann eine Freundschaft in diesem Sinne sehr fruchtbar sein. Dann spielt keiner der beiden die zweite Geige und niemand muss ein Schattendasein leben. Wenn diese beiden Menschen sich treffen, können sie die Zeit gemeinsam geniessen, Dinge ausleben die manchmal in einer „normalen“ Beziehung nicht möglich sind, aus welchen Gründen auch immer. Hier gibt es keine heimlichen Hoffnungen, keine heimlichen Sehnsüchte oder traurige Stunden. Doch die Gratwanderung zwischen Freundschaft und heimlicher Verliebtheit oder Liebe kann sehr gefährlich sein.

Es ist für Menschen in der Rolle der zweiten Geige sehr schwer, sich daraus zu lösen. Erstmal muss die Person sich eingestehen, welche Rolle sie spielt. Erst danach kann sie entscheiden, ob die Rolle stimmig ist und passt und ob sie diese behalten möchte. Eine Auszeit und Abstand nehmen kann hier Wunder wirken, sich ein neues Umfeld aufbauen, neue Aufgaben ins Auge fassen, das alles kann dabei helfen einen neuen Weg einzuschlagen. Sich jemanden anvertrauen, darüber sprechen, Unterstützung holen, bei Freunden, persönlichem Coach oder Fachpersonen.

Dr. Gerti Senger, die Wiener Psychologin hat sich mit diesem Thema in ihrem Buch „Schattenliebe“ auseinandergesetzt und interessante Sichtweisen dazu beschrieben. Wer hat selbst Erfahrungen zu diesem Thema und möchte dazu einen Kommentar abgeben? Geben wir diesem Thema eine Plattform und Raum für Diskussionen.

Fotos: M. Hoch/Hoch Personalshopping

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Kommentar von Hannelore |

Das ist ein hervorragender Beitrag, der viele betrifft, Männer genauso wie Frauen. Hand aufs Herz, in dieser Situation hat sich die Mehrheit schon einmal befunden. Wichtig ist, egal wie es geendet hat oder gelaufen ist, dass man daraus den richtigen Weg für sich selber wählt.

Antwort von Admin

Danke für deinen Input. Genau das ist der Punkt - wie geht Mann oder Frau damit um. Ist es eine schöne Erinnerung oder ein bleibender Schmerz.